Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, Fotograf: Marek Burdynowski

Frühjahrs-Konjunkturumfrage der IHK Köln: Weiter auf Hochtouren

Mittwoch 21. Mai. 2014

Solider Aufschwung / Klimaindikator steigt weiter / Unternehmen sehen sich in stabiler Lage

Köln, 21. Mai 2014. Die Unternehmen im Bezirk der IHK Köln (die Städte Köln und Leverkusen, der Rheinisch-Bergische, der Oberbergische und der Rhein- Erft-Kreis) sind gut ins Jahr gestartet und berichten von einer sehr soliden konjunkturellen Entwicklung - so die Grundaussage des Frühjahrs-Berichts der IHK Köln. Insgesamt 815 Unternehmen gaben ihre Einschätzung zur aktuellen Lage, zu künftigen Entwicklungen und zu Risiken ab. Nachdem bereits in der Winterumfrage die konjunkturellen Aussichten und die Stimmung in den Unternehmen deutlich positiv waren, ist nun der IHK Konjunkturklimaindikator, in dessen Berechnung die aktuelle Einschätzung der Lage und die Erwartungen an die weitere Entwicklung in den kommenden Monaten einfließen, noch weiter gestiegen. Mit 126,4 Punkten liegt er deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 109,6 Punkten.

"Die Ergebnisse aus vorherigen Umfragen waren kein Strohfeuer", umreißt entsprechend IHK-Hauptgeschäftsführer Ulf Reichardt das Ergebnis. "Viel mehr brennt die konjunkturelle Flamme stark und zuverlässig, die Wirtschaft im IHK-Bezirk befindet sich in einem soliden Aufschwung - Risiken kommen allenfalls von außen." Ukraine-Konflikt, gedämpfte Konjunktur in den Schwellenländern und eine deutsche Wirtschaftspolitik, die über Rente ab 63 und Mindestlohn diskutiert, verunsichern die Unternehmen mit Blick auf die  kommenden Monate. "Wenn die Belastungen der Unternehmen tatsächlich steigen - und die derzeitige Wirtschaftspolitik der Bunderegierung lässt dieses befürchten - wird die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen untergraben und eine gute Situation im eigenen Haus zerstört", warnt Reichardt.

Lagebewertung und Erwartungen

91,8 Prozent der Unternehmen im IHK-Bezirk sind positiv gestimmt und zeigen sich mit ihrer derzeitigen Lage so zufrieden, dass sie diese entweder als "gut" (43,7 Prozent) oder "befriedigend" bezeichnen. Der Geschäftsklimaindikator zur Lagebewertung stieg im Vergleich zum Jahresbeginn um 5,7 Punkte. "Neben dem milden Winter und der stabilen Binnenkonjunktur greift darüber hinaus die Erholung des Euroraums", erläutert IHK-Hauptgeschäftsführer Reichardt. Die Erwartungen an die zukünftige konjunkturelle Entwicklung sind im Frühjahr leicht gesunken, liegen aber weiterhin auf einem hohen Niveau. 27,2 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer besseren Geschäftsentwicklung, rund zwei Drittel mit einer gleich bleibenden. "Das Nachlassen des Indikators ist im Wesentlichen auf eine Verschiebung von einer guten hin zu einer gleichbleibenden Bewertung zurückzuführen. Nur noch 9,2 Prozent erwarten eine schlechtere Entwicklung in den kommenden Monaten. Insgesamt besteht weiter Zuversicht, dass sich der Aufschwung der letzten Monate weiter fortsetzen wird", erklärt Dr. Simon R. Hennchen, Leiter Volkswirtschaft der IHK Köln.

Investitionen und Arbeitsmarkt

Die branchenübergreifende Wachstumsstimmung spiegelt sich in den Investitionsplänen der Unternehmen wider. Die Investitionen der Unternehmen ziehen leicht an, die Investitionsabsichten steigen. 52,5 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihr Investitionsniveau halten, 30 Prozent wollen es ausweiten - 3,8 Prozentpunkte mehr als bei der Vorumfrage vor einem halben Jahr. Gründe sind vor allem die gute Binnennachfrage sowie die positive Absatzmarktentwicklung im Euroraum und in  den fortgeschrittenen Volkswirtschaften. "Gleichwohl bleibt der ganz große Investitionsschub angesichts der Risiken rund um die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die Energiepreise sowie die Krim-Krise aus", sagt Dr. Hennchen. Korrespondierend mit der guten konjunkturellen Lage bleiben die Beschäftigungsaussichten in der Region Köln stabil. Gegenüber der Konjunkturumfrage im Winter gab es aufgrund der generellen Frühjahrsbelegung eine leichte Verbesserung bei den Beschäftigungsplänen der Unternehmen.

Entwicklung in den Regionen

Die konjunkturellen Tendenzen spiegeln sich in den Teilregionen wider:

In der Stadt Köln, der Stadt Leverkusen, dem Oberbergischen Kreis, dem Rhein-Erft-Kreis und dem Rheinisch-Bergischen Kreis bleibt der Klimaindikator zur Geschäftslage deutlich im positiven Bereich.

Entwicklung in den Regionen: Stadt Köln

Mit einem Geschäftsklimaindikator zur Lage von 35,9 Punkten bleibt die wirtschaftliche Stimmung in Köln auf hohem Niveau. Vor allem der Handel und das Verkehrsgewerbe bewerten ihre Lage als gut. Der Geschäftsklimaindikator zu den Erwartungen stieg leicht um 1,9 Punkte auf 19,1 Punkte. Lediglich 9,1 Prozent der Unternehmen erwarten eine schlechtere Entwicklung, und vor allem die Dienstleistungsunternehmen blicken hier mit Zuversicht auf die kommenden Monate.

Entwicklung in den Regionen: Leverkusen / Rhein-Berg

Mit 48,9 Punkten legt der Klimaindikator zur Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahr in der Region Leverkusen / Rhein-Berg weiter deutlich zu. Mehr als die Hälfte der Unternehmen bewertet die aktuelle Lage als gut. Insbesondere die Industrieunternehmen der Region stützen diese Einschätzung. Der Indikator, der die Erwartungen der Unternehmen an die künftige Entwicklung misst, liegt mit 20,7 noch deutlich im positiven Bereich, wenn auch etwas unter dem Vorjahreswert. Lediglich 6,7 Prozent der Unternehmen erwarten eine schlechtere Entwicklung. Das Nachlassen des Indikators ist im Wesentlichen eine Verschiebung von einer guten hin zu einer befriedigenden Bewertung. Sowohl Industrie, Dienstleister wie auch Handelsunternehmen haben mehrheitlich positive Erwartungen an die Konjunktur.

Entwicklung in den Regionen: Oberbergischer Kreis

Im Oberbergischen Kreis bewegt sich der Klimaindikator zur Lage mit 30,5 Punkten ebenfalls deutlich über dem Niveau der Konjunkturumfrage im Winter. Der Anstieg der positiven Stimmung ist vor allem bei den Industrieunternehmen zu beobachten. Aber auch der Handel und das Verkehrsgewerbe im Oberbergischen Kreis bewerten die derzeitige Lage gegenüber der Vorumfrage besser. Der Indikator, der die Erwartungen der Unternehmen an die künftige Entwicklung misst, liegt mit 14,4 Punkten noch deutlich im positiven Bereich, wenn auch unter dem Vorjahreswert (21,6 Punkte). Hier zeigt sich vor allem bei den Industrieunternehmen Unsicherheit aufgrund der Krim-Krise, da etliche der oberbergischen Unternehmen im Ausland engagiert sind.

Entwicklungen in den Regionen: Rhein-Erft-Kreis

Mit 25 Punkten fällt der Klimaindikator zur Lage im Rhein-Erft-Kreis im Vergleich zur vorangegangenen Konjunkturumfrage etwas geringer aus; gleichwohl sind die Unternehmen auch hier mehrheitlich positiv gestimmt. Das Nachlassen des Indikators ist im Wesentlichen auf eine Verschiebung von einer guten hin zu einer befriedigenden Bewertung zurückzuführen. Nur 11,7 Prozent der Unternehmen bewerten die Lage als schlecht. Handel- sowie Dienstleistungsunternehmen schätzen ihre Lage sogar etwas besser ein als im Vorjahr. Der Indikator, der die Erwartungen der Unternehmen an die künftige Entwicklung misst, liegt mit 15,1 deutlich im positiven Bereich, wenn auch unter dem Vorjahreswert von 23,2 Punkten. Vor allem Handel und Verkehrsgewerbe bewerten ihre Erwartungen zurückhaltender. Gleichwohl erwarten branchenübergreifend nur 9,2 Prozent der Unternehmen im Rhein-Erft-Kreis eine schlechtere Entwicklung.

 

 

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