Industriekongress 2015

Shakespeare trifft Industrie

Kongress-Diskussion legt den Fokus auf die ökonomische Bildung in Schulen

„Es gibt mehr im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumt“, heißt es in Shakespeares Hamlet. Auch heute sind Lerninhalte vielseitig diskutiert. Beim diesjährigen Industriekongress der Akzeptanzoffensive „In|du|strie – Gemeinsam. Zukunft. Leben.“ am 10. September stand das Thema Bildung im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion. Schon im Eingang des Feierabendhaus Hürth war auf einem großen Banner zu lesen: „Vom Mikrochip bis zum Wolkenkratzer – wir produzieren alles. Warum keinen Schulstoff?“. Bei Vorträgen und einer lebhaften Podiumsdiskussion bezogen Vertreter der Industrie, der Politik, von Bildungseinrichtungen und der IHK Stellung.


Engerer Dialog zwischen Bildung und Industrie gewünscht

In seinem Impulsvortrag wünschte sich Rainer Ludwig, Ford-Werke GmbH und Vorsitzender des IHK-Ausschusses für Industrie und Forschung, eine bessere Qualifikation der Schulabgänger und forderte die Unternehmen auf, stärker mit Schulen in einen Dialog zu treten. Prof. Dirk Loerwald, Universität Oldenburg, wies darauf hin, dass Ökonomie zwingend zu einem ganzheitlichen Bildungsprozess gehört, der zu mündigen Verbrauchern und Erwerbstätigen führt. Bei der Verzahnung von wirtschaftlicher Praxis und Unterricht sei besonders die didaktische Unterfütterung wichtig, um nachhaltige Lernergebnisse zu erzielen. Über 100 Unternehmerinnen und Unternehmer verfolgten die anschließende Podiumsdiskussion und tauschten sich über Best Practice-Beispiele und zukünftige Projekte der Initiative „In|du|strie – Gemeinsam. Zukunft. Leben.“ aus. Rund 111 Dialoge sind für das aktuelle Jahr geplant, eine große Zahl hat bereits stattgefunden. Die Öffnung der Betriebe für Interessierte und Nachbarn steht dabei im Zentrum der Aktivitäten.

Studie zeigt, Industrie wichtig, jedoch vielen unbekannt

Industrieunternehmen sind wichtig für den Fortschritt und bieten Arbeits- und Ausbildungsplätze. Diese Botschaft ist angekommen – das zeigt eine aktuelle Umfrage der Initiative zur Industrieakzeptanz in der Wirtschaftsregion Köln. Mit einer durchschnittlichen Schulnote von 2,8 bewerten die Befragten das Image der regionalen Industrie. Aber wer oder was ist diese Industrie genau? Das ist schon weit schwieriger zu beantworten. Große Unternehmen wie Ford oder Bayer sind bekannt, aber welche Unternehmen es in der eigenen Nachbarschaft gibt und was diese herstellen, weiß niemand so genau. Daher sind auch die Befürchtungen, die mit der Ansiedlung von Industrieunternehmen einhergehen, eher diffus: Ja, Industrie ist wichtig, aber da sie Umweltverschmutzung und Lärm verursacht, doch bitte nicht in der eigenen Nachbarschaft. Zum Thema Industrie waren im Frühjahr 2015 über 1.500 Interviews durchgeführt worden. Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln: „Industrie in unserer Region sollte mehr sein als ein ‚geduldetes Übel‘. Mit der von fast 200 Unternehmen getragenen Industrieakzeptanz-Initiative arbeiten wir mit einer Fülle von Projekten daran, dass sich das ändert. Die Kommunikation der Unternehmen nach außen, in ihre Nachbarschaft, spielt dabei eine zentrale Rolle – aber auch die schulische Bildung.“


 

Fotonachweis Feierabendhaus Knapsack: © locationfreunde | InfraServ

Fotonachweis Fotogalerie: © Astrid Piethan

Industriekongress 2015: Dokumentation

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